Saigon und die Halskette

Gestern war unser Flug nach Saigon und fuhren direkt nach Ankunft zur Besichtigung der Tunnel nach Cu Chi entlang von nicht enden wollenden Kautschuk Plantagen. Es war im Amerikanischen Krieg (so nennen die Vietnamesen den Vietnam-Krieg) eine Hochburg der Partisanen. Oben standen die GIs und direkt unter ihnen war ein komplexes Tunnelsystem der Vietcongs gebaut. Mit Küche, Krankenhaus, Waffenschmiede etc.. Ich bin etwa 10 Meter im Tunnel entlang gekrochen, dann war ich nass geschwitzt von der stickigen Luft, der Temperatur und der Anstrengung. Die Tunnel waren sehr klein gebaut und ich hatte Mühe, dort entlang zu schleichen. Zum Glück hat Susui einen Rückzieher gemacht, als sie nach dem Einstieg den Tunnel sah und ich konnte ihr meinen Rucksack geben. Mit ihm wäre ich wahrscheinlich für immer verkeilt geblieben, quasi als neue Touristen-Attraktion.

Tunnel von Cu Chi
Tunnel von Cu Chi

Dann am Folgetag Mörderprogramm im Zentrum von Saigon: Wiedervereinigungspalast, Kathedrale Notre Dame, Hauptpost, Opernhaus, Chinatown, chinesischer Medizinmarkt, Binh Tay Markt, Thien Hu Pagode, Ben Thanh Markt, Palast des Jadekaisers. Ein ständiges Aus- und Einsteigen. Wir werden zwei Tage später an unseren freien Tag das Zentrum besser auf uns wirken lassen.

Saigon Rathaus
Saigon Rathaus

Da der Abend frei war, hatte ich freie Auswahl für ein Restaurant. Ich habe mich für das Nam Bo entschieden, ein vietnamesisches In-Restaurant: riesig, turbulent und jeden Abend brechend voll von Einheimischen. Doch leider war das auch der Abend, an dem wir viel Lehrgeld bezahlen mussten:

  • Das Restaurant ist etwa 3km vom Hotel entfernt. Wir wollten hinlaufen und zurück ein Taxi nehmen. Gesagt getan. Nach ca. 10 Minuten, wir liefen am Rand einer von Mopeds viel befahrenen Straße, kam uns ein Moped entgegen (quasi als Geisterfahrer, aber das ist nichts außergewöhnliches) und riss mit einem kurzen und gezielten Griff Susi’s Halskette herunter! Es ging alles so schnell und schon ist er wieder im Meer von Moped-Fahrer verschwunden. Das war es mit ihrer Lieblingskette mit einer neuen Perle aus Halong 🙁
  • Ab diesem Zeitpunkte schwenkte die Stimmung. Susi wollte keinen Meter mehr laufen, und so rief ich ein Taxi für die verbleibenden etwa 2 km. Nun wurden wir abermals verarscht: der Fahrer sprach kein Wort englisch und gab uns bei Ankunft zu verstehen, dass es 400.000 Dong kostet (etwa 13 Euro). Es kam mir schon merkwürdig vor, aber was soll ich machen. Das Taximeter leif zwar mit, war aber sehr kryptisch. Schließlich bezahlte ich.

Das Nam Bo war glücklicherweise ein Volltreffer! Endlich mal wieder authentisches Essen! Es war brechend voll und wir waren die einzigen Langnasen. Spezialität ist gegrilltes Ferkel (viel kleiner/jünger als bei uns das Spanferkel). Wir haben uns aber für Tischgrill entschieden mit Nem dazu. War s-u-p-e-r!

Ferkel, werden dann noch über den Holzkohlengrill knusprig geröstet
Ferkel, werden dann noch über den Holzkohlengrill knusprig geröstet

Bei der Heimfahrt mit dem Taxi waren meine Sinne geschärft. Und siehe da, ich habe für den kompletten Heimweg 1/10 des Preises von vorher bezahlt. Gut, jetzt weiß ich bescheid und ein lehrreicher Tag geht zu Ende.

Nam Bo
Nam Bo
  1. …da ist wohl jemand auf Phu Quoc in seiner Liege eingepennt und schläft sieben Tage durch? Oder könnt ihr euch vor Sonnenbrand nicht mehr rühren? Oder seid ihr in ein Fischsaucenfass gefallen? Oder seid ihr geplatzt aufgrund des vielen leckeren Essens? Oder habt ihr allen Kontakt abgebrochen und seid jetzt Aussteiger? Oder hat euch die Riesenkakerlake gefressen? Fragen über Fragen…

  2. Ja-aaaa!
    Hat etwas gedauert, bis sie mich aus dem Tunnel wieder rausgesprengt haben……

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