Dies Und Das…

BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Dies Und Das… - BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Der Wolkenpass und die letzten Regentropfen

Heute müssen wir wieder ein paar Kilometer schruppen. Von Hoi An nach Da Nang. Die Fahrt geht über den Wolkenpass, der für besseres und wärmeres Klima sorgen wird (hoffentlich!).

Wolkenpass

Wolkenpass

Anschließend Besuch des Cham Museumsw in Da Nang. Die Kulturstätte in Hoi An wird sich als wesentlich spannender darstellen, doh die kommt erst morgen dran.

In Da Nang ist es aber leider nicht so sehr schön. Zwar kein Regen mehr und etwas wärer, aber Wind! Der Monsun hinterlässt seine Spuren,

Hotelstrand in Da Nang

Hotelstrand in Da Nang

Halong und die Eiseskälte

Bei eisigen Temperaturen (ca. 8°C) ging es früh los zur Halong Bucht, wo wir eine Nacht auf der Emeraude verbrachten, mit weiteren 2 Pärchen! Es bleibt eine sehr private Tour…..

Wir schippern durch die Bucht in Decke umhüllt und genießen die Aussicht und die Ruhe. Jetzt merkt man erst, wie laut und hektisch Hanoi ist. Man sagt, Saigon ist noch eine Steigerung. Lassen wir uns überraschen…..

Halong

Halong

Amüsant ist es, einige Touris zu beobachten, die in Schlappen und Shorts die Halong Bucht besuchen. Wie gesagt, bei Temperaturen von höchstens 9-12°. Manchmal lohnt es sich, die Wettervorhersage zu beachten.

Die Höhle Hang Sung Sot ist ein beliebter Anlaufpunkt, zu Recht. Imposant, wie es in einem Kalksteinhügel aussehen kann. Anschließend Besuch einer Perlenfarm, wo uns am lebenden Objekt gezeigt wird, wie eine Perle entsteht. Erstes Souvenir gekauft. Neben der Kälte war leider auch die Sicht sehr trüb und nebelig, sodass die Felsformationen nicht so 100%ig zur Geltung kamen.

Hang Sung Sot

Hang Sung Sot

Von der Bewertung der Verköstigung hier an Bord nehme ich Abstand, aber die Erwartung war auch nicht sehr hoch (deutsches Essen ^^).

Spätabends versuchte ich mein Glück beim Squid Fishing. Nach etwa 10 Minuten hatte ich wirklich einen Tintenfisch am Haken und schon am Herausziehen, doch der wehrte sich heftigst, sodass er sich wieder lösen könnte. Überraschend, wie weit diese Viecher spritzen können, er traf die Hose meiner Angelnachbarin.

Völlig ausgefroren warten wir sehnlichst auf unseren Transfer nach Hue, ca. 700km südlich von Hanoi. Dort soll es zwar regnen, aber bei Temperaturen von über 25°. In meiner aktuellen Verfassung kann es regnen was es will, Hauptsache es ist warmer Regen.

Hue und der Regen

Hue: zwar wärmer aber den ganzen Tag Regen. Mal mehr, mal weniger. So ist das halt. Wir retten uns gerade von einen Tag zum anderen. Den neuesten Vorhersagen nach, können wir übermorgen den Himmel über Vietnam sehen. Wir warten ab……

Nach einer Rikschatour durch die Altstadt haben wir eine Bootsfahrt auf dem Parfümfluss gemacht. Das Boot ist eine Art Hausboot, auf dem eine Familie lebt unter einfachsten Verhältnissen. Am Ufer grasten Wasserbüffel, weiter konnten wir wegen des Wetters nicht sehen (gut, vielleicht etwas überzogen).

Hue - Kaiser Grabmal

Hue – Kaiser Grabmal

Schwerpunkt aber war die Thien Mu Pagode und natürlich die Kaiser von 1804 – 1945. Wir besichtigten die Grabmale des Tu Doc und Minh Mang. Wegen des Wetters waren nicht viele Touristen da und wir genossen Stille und konnten die Anlage mit seinem Spiritismus auf uns wirken lassen. Alles ist streng nach Feng Shui ausgerichtet. Unglaublich, wie viele Regeln es da gibt. Das ganze fängt damit an, wie man seine Hände verschränkt: linker Zeigefinger oben (ich): Mensch entscheidet mit Herz; rechter Zeigefinger oben (Susi): Mensch entscheidet mit Kopf. Glücklicherweise haben wir uns für ein Bild richtig hingestellt: der Mann muss rechts stehen, ansonsten ist es „nur“ eine Bekanntschaft.

PS: Hue für mich bisher ein neues Highlight. Einfach nur fantastisch!

PPS: Susi hat sich heute am meisten über die Affen in der Minh Mang Anlage gefreut

PPPS: Huda ist angesagt! Mehr sag ich nicht. Der interessierte kann ja googeln :-) (ist soooo lecker)

Bia Hoi und die Toiletten

Nach dem reichhaltigen Frühstück (mit Eieromelett und einer Pho) ging es an den Hoan Kiem See. Man kann ihn ohne Probleme einmal umrunden und das Grüne genießen. Nördlich vom See liegt der lebendige Straßenmarkt Gia Ngu. Spätestens jetzt muss man einfach akzeptieren, dass in Vietnam andere (Hygiene-)Regeln vorherrschen als in Deutschland. Das ist alles schon ziemlich abgefahren. Bilder sagen mehr als 1000 Worte, diese werde ich demnächst online stellen. Cha Ca (Art „Fischpfanne mit Nudeln“ – unbedingt die Stinkesoße mam tom aus fermentierten Schrimps dazu bestellen, kriegen Touris nicht standardmäßig) im Cha Ca La Vong stand als Ziel fürs Mittagessen früh fest. Wenn alles serviert wird, ist klar, warum für Touris „nur“ eine normale Fishsauce serviert wird. Sie stinkt bestialisch, aber ein paar Tropfen davon in die Schale ergibt ein herrliches Aroma.

Cha Ga

Cha Ga

Im Café Pho Co mit herrlichen Ausblick auf den Hoan Kiem See trank ich einen Ca Phe Trung (heißer, starker Kaffee mit Zucker und schaumig gerührtem rohen Ei). Es ist eine Spezialität aus Hanoi und macht süchtig! Das Café selbst liegt etwas versteckt im Innenhof, das findet man nicht zufällig.

Ca Phe Trung

Ca Phe Trung

Im Bo Nuong in der Ma May muss man früh dran sein oder einfach nur Glück haben, um einen Platz zu bekommen. An einem Tischgrill bekommt man eine Platte dünn geschnittenes, lecker eingelegtes Rindfleisch (oder Schwein oder Ziege) mit Gemüse zum selber grillen. Dort zu essen ist einfach nur Pflicht in Hanoi. Sehr, sehr abenteuerlich sind dort auch die Toiletten: man begibt sich durch die Küche, vorbei an am Boden abwaschende Vietnamesinnen und erreicht eine Art Toilette.

Bo Nuong

Bo Nuong

Nur ein paar Hausnummern weiter gab es zum Abschluss Bia Hoi, ein offenes, lokal gebrautes leichtes Bier. Sehr süffig :-) Eine Steigerung zum Bo Nuong sind die dortigen „Toiletten“: Man betritt den Innenraum, der scheinbar Küche und Wohnbereich in einem ist, um im Eck, durch einen aus einer Plastiktischdecke gebastelten „Vorhang“ das Klo zu betreten. Es besteht lediglich aus zwei Urinale. Als erstes ging die Frau eines Pärchens, das wir kennen gelernt haben dorthin. Erzählungen zufolge bedurfte es akrobatisches Geschick, der Rest bleibt Fantasie ;-)

Bia Hoi

Bia Hoi

Als Susi ebenfalls das Örtchen aufsuchen musste, „half“ die Chefin: durch den Vorhang einigermaßen abgetrennt machte sie es vor wie das geht: einfach auf den Boden und dann mit einer Kelle abschwenken. Sie freute sich sehr, ihre Hilfe in dieser Weise angeboten zu haben. Natürlich blieb sie stehen, bis Susi fertig war :-) Eine anschließende Konversation mit ihr an unserem Minitisch gestaltete sich schwierig, da sie nur vietnamesisch sprach und wir irgendwas in englisch antworteten. So ging ein schöner, erlebnisreicher zweiter Tag zu Ende.

Goooooood morning Vietnam!

Ankunft pünktlich um 06:00 in Hanoi. Alles hat wie geplant funktioniert. Keine Probleme, keine Scherereien mit Zugverspätungen, Abholservice oder ähnliches. Perfekt! Fast: Der ATM am Flughafen wollte nicht so recht meine VISA-Karte akzeptieren. Aber es gibt ja genug andere Automaten in der Altstadt…..

Hanoi

Die 40-minütige Fahrt vom Flughafen nach Hanoi war bereits bespickt von Reisfeldern links und rechts der schnurgerade laufenden Strasse. Überall wurden die Reisfelder neu bepflanzt, Wasserbüffel zogen Furchen durch die Felder. Bereits in den ersten 10 Minuten ein herrlicher Anblick (die vielen Baustellen habe ich mal vor meinem geistigen Auge weg retuschiert).

Da das Zimmer erst gegen 11:00 bezugsfertig werden sollte, wurden die Koffer im Hotel platziert und die Zeit genutzt, um ein paar Dong abzuheben. Allerdings konnte ich erst gegen 15:00 den ersten Schein aus dem Automaten begrüßen. Eine Odyssee begann mich defekten Automaten, „Kartenfehler“ bei funktionierenden Automaten, bockende Banken, die auf Basis Reisepass + VISA-Karte kein Geld ausbezahlen wollen. Beim ersten Anruf bei meiner VISA Bank war das Problem schnell klar. Sie entschuldigten sich und versicherten, dass es jetzt (d.h. ohne Wartezeit) funktionieren würde. Natürlich – wie könnte es anders sein – hat sich nichts getan. Beim zweiten Anruf stellte sich heraus, dass der Sachbearbeiter vom ersten Anruf einen Fehler gemacht hat und jetzt wirklich alles funktionieren sollte. Kam mir irgendwie bekannt vor……

Ich kann niemanden beschreiben, wie schön das Gefühl ist, wenn man im Automaten hört, wie Scheine gezählt werden, bevor die Klappe aufgeht. Traumhaft. Das ganze hat allerdings unsere Pläne für den ersten Tag komplett über den Haufen geschmissen.

Bun Cha

Bun Cha

Am Nachmittag schlenderten wir ohne konkretes Ziel durch die Altstadt. Unzählige Motorroller in einem fast völlig durcheinander geratenen Verkehrssystem. Wahnsinn. Will man die Straße überqueren, dann einfach loslaufen. Autos, die hupen, deuten an, sie bleiben nicht stehen. Alles was im Moment der Überquerung nicht hupt stellt keine unmittelbare Gefahr dar. In dem Chaos scheint es ein System zu geben. Wir machten einen kurzen Stopp für meine erste Pho Ga in der Hang Hom :-)

Am Spätnachmittag machten wir Station im Quan An Ngon, welches fast direkt neben unserem Hotel gelegen ist: Nem (Frühlingsrollen) und Bun Cha (Hackfleischröllchen und Speck vom Holzkohlengrill mit Reisnudeln und frische Kräuter in einer würzigen Brühe) standen auf dem Speiseplan. Am frühen Abend machten wir noch einen Abstecher zum Literaturtempel, wo ich bei Pho 24 mein Abendmahl zu mir nahm: Pho Bo :-)

Eines ist noch erwähnenswert: auffallend ist, dass sehr viele Vietnamesen, vorwiegend Frauen, im Schlafanzug herum laufen. Am Abend deutlich mehr, aber auch am helllichten Tag. Naja, schön ist, was gefällt.