Dies Und Das…

BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Dies Und Das… - BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Hoi An und der Hund

Gleich frühmorgens geht es nach My Son, um die alte Kulturstätte der Cham zu besichtigen, die vom 4. bis 13. Jahrhundert religiöses Zentrum der Cham bildete (Hinduismus!)

Leider wurde diese UNESCO Weltkulturerbe im Vietnam-Krieg stark zerstört. Man sieht heute noch viele Krater links und rechts der noch stehenden Tempel. Mich hat das alles ziemlich geflashed, den Eindruck zu beschreiben bringt nichts, man muss es gesehen haben!

Cham Kulturstätte

Cham Kulturstätte

Anschließend steht Hoi An auf dem Programm, dessen Altstadt ebenfalls Weltkulturerbe ist. Unbedingt das Haus der Familie Tan besuchen: eine chinesische Familie, die in der 7. Generation dort noch lebt. Man kann das Haus fast komplett besichtigen, allerdings sollte man von zu neugierigen Blicken absehen, wenn die 92-jährige Ur-Oma ein Nickerchen im Schlafzimmer macht (so bei uns geschehen)

Küche in einem traditionellen vietnamesichen Haus

Küche in einem traditionellen vietnamesichen Haus

Krönender Abschluss in Hue An: unser Kochkurs im Secret Garden. Wahnsinnig geil!

Zuerst gingen wir mit unserer netten Köchin auf den Markt. Sie zeigte uns Früchte, Fisch und Fleisch und Zutaten. Das war mein Ding! Neben exotischen Früchten, frische Fische (werden am Abend wieder in den Fluss geworfen, wenn sie nicht verkauft wurden) und jegliches Fleisch wie Schweinefüße, Köpfe, Innereien, Wildschwein mit Fell und Hund. Wobei Hund eigentlich nur in Nord-Vietnam verspeist wird. Es war dem Einheimischen sichtlich unangenehm, dass wir dort stehen blieben und er scheuchte uns gleich weiter. Aber für ein Foto hat es gerreicht :-)

Markt in Hoi An

Markt in Hoi An

Dann haben wir unser feudales Abendessen unter fachkundiger und lustiger Anleitung zubereitet. Ein Spaß ohnegleichen!

Nem: vietnamesische Frühlingsrollen; alles selber gemacht, inklusive dem Reispapier :-)

Nem: vietnamesische Frühlingsrollen; alles selber gemacht, inklusive dem Reispapier :-)

Der Wolkenpass und die letzten Regentropfen

Heute müssen wir wieder ein paar Kilometer schruppen. Von Hoi An nach Da Nang. Die Fahrt geht über den Wolkenpass, der für besseres und wärmeres Klima sorgen wird (hoffentlich!).

Wolkenpass

Wolkenpass

Anschließend Besuch des Cham Museumsw in Da Nang. Die Kulturstätte in Hoi An wird sich als wesentlich spannender darstellen, doh die kommt erst morgen dran.

In Da Nang ist es aber leider nicht so sehr schön. Zwar kein Regen mehr und etwas wärer, aber Wind! Der Monsun hinterlässt seine Spuren,

Hotelstrand in Da Nang

Hotelstrand in Da Nang

Halong und die Eiseskälte

Bei eisigen Temperaturen (ca. 8°C) ging es früh los zur Halong Bucht, wo wir eine Nacht auf der Emeraude verbrachten, mit weiteren 2 Pärchen! Es bleibt eine sehr private Tour…..

Wir schippern durch die Bucht in Decke umhüllt und genießen die Aussicht und die Ruhe. Jetzt merkt man erst, wie laut und hektisch Hanoi ist. Man sagt, Saigon ist noch eine Steigerung. Lassen wir uns überraschen…..

Halong

Halong

Amüsant ist es, einige Touris zu beobachten, die in Schlappen und Shorts die Halong Bucht besuchen. Wie gesagt, bei Temperaturen von höchstens 9-12°. Manchmal lohnt es sich, die Wettervorhersage zu beachten.

Die Höhle Hang Sung Sot ist ein beliebter Anlaufpunkt, zu Recht. Imposant, wie es in einem Kalksteinhügel aussehen kann. Anschließend Besuch einer Perlenfarm, wo uns am lebenden Objekt gezeigt wird, wie eine Perle entsteht. Erstes Souvenir gekauft. Neben der Kälte war leider auch die Sicht sehr trüb und nebelig, sodass die Felsformationen nicht so 100%ig zur Geltung kamen.

Hang Sung Sot

Hang Sung Sot

Von der Bewertung der Verköstigung hier an Bord nehme ich Abstand, aber die Erwartung war auch nicht sehr hoch (deutsches Essen ^^).

Spätabends versuchte ich mein Glück beim Squid Fishing. Nach etwa 10 Minuten hatte ich wirklich einen Tintenfisch am Haken und schon am Herausziehen, doch der wehrte sich heftigst, sodass er sich wieder lösen könnte. Überraschend, wie weit diese Viecher spritzen können, er traf die Hose meiner Angelnachbarin.

Völlig ausgefroren warten wir sehnlichst auf unseren Transfer nach Hue, ca. 700km südlich von Hanoi. Dort soll es zwar regnen, aber bei Temperaturen von über 25°. In meiner aktuellen Verfassung kann es regnen was es will, Hauptsache es ist warmer Regen.

Hue und der Regen

Hue: zwar wärmer aber den ganzen Tag Regen. Mal mehr, mal weniger. So ist das halt. Wir retten uns gerade von einen Tag zum anderen. Den neuesten Vorhersagen nach, können wir übermorgen den Himmel über Vietnam sehen. Wir warten ab……

Nach einer Rikschatour durch die Altstadt haben wir eine Bootsfahrt auf dem Parfümfluss gemacht. Das Boot ist eine Art Hausboot, auf dem eine Familie lebt unter einfachsten Verhältnissen. Am Ufer grasten Wasserbüffel, weiter konnten wir wegen des Wetters nicht sehen (gut, vielleicht etwas überzogen).

Hue - Kaiser Grabmal

Hue – Kaiser Grabmal

Schwerpunkt aber war die Thien Mu Pagode und natürlich die Kaiser von 1804 – 1945. Wir besichtigten die Grabmale des Tu Doc und Minh Mang. Wegen des Wetters waren nicht viele Touristen da und wir genossen Stille und konnten die Anlage mit seinem Spiritismus auf uns wirken lassen. Alles ist streng nach Feng Shui ausgerichtet. Unglaublich, wie viele Regeln es da gibt. Das ganze fängt damit an, wie man seine Hände verschränkt: linker Zeigefinger oben (ich): Mensch entscheidet mit Herz; rechter Zeigefinger oben (Susi): Mensch entscheidet mit Kopf. Glücklicherweise haben wir uns für ein Bild richtig hingestellt: der Mann muss rechts stehen, ansonsten ist es „nur“ eine Bekanntschaft.

PS: Hue für mich bisher ein neues Highlight. Einfach nur fantastisch!

PPS: Susi hat sich heute am meisten über die Affen in der Minh Mang Anlage gefreut

PPPS: Huda ist angesagt! Mehr sag ich nicht. Der interessierte kann ja googeln :-) (ist soooo lecker)

Bia Hoi und die Toiletten

Nach dem reichhaltigen Frühstück (mit Eieromelett und einer Pho) ging es an den Hoan Kiem See. Man kann ihn ohne Probleme einmal umrunden und das Grüne genießen. Nördlich vom See liegt der lebendige Straßenmarkt Gia Ngu. Spätestens jetzt muss man einfach akzeptieren, dass in Vietnam andere (Hygiene-)Regeln vorherrschen als in Deutschland. Das ist alles schon ziemlich abgefahren. Bilder sagen mehr als 1000 Worte, diese werde ich demnächst online stellen. Cha Ca (Art „Fischpfanne mit Nudeln“ – unbedingt die Stinkesoße mam tom aus fermentierten Schrimps dazu bestellen, kriegen Touris nicht standardmäßig) im Cha Ca La Vong stand als Ziel fürs Mittagessen früh fest. Wenn alles serviert wird, ist klar, warum für Touris „nur“ eine normale Fishsauce serviert wird. Sie stinkt bestialisch, aber ein paar Tropfen davon in die Schale ergibt ein herrliches Aroma.

Cha Ga

Cha Ga

Im Café Pho Co mit herrlichen Ausblick auf den Hoan Kiem See trank ich einen Ca Phe Trung (heißer, starker Kaffee mit Zucker und schaumig gerührtem rohen Ei). Es ist eine Spezialität aus Hanoi und macht süchtig! Das Café selbst liegt etwas versteckt im Innenhof, das findet man nicht zufällig.

Ca Phe Trung

Ca Phe Trung

Im Bo Nuong in der Ma May muss man früh dran sein oder einfach nur Glück haben, um einen Platz zu bekommen. An einem Tischgrill bekommt man eine Platte dünn geschnittenes, lecker eingelegtes Rindfleisch (oder Schwein oder Ziege) mit Gemüse zum selber grillen. Dort zu essen ist einfach nur Pflicht in Hanoi. Sehr, sehr abenteuerlich sind dort auch die Toiletten: man begibt sich durch die Küche, vorbei an am Boden abwaschende Vietnamesinnen und erreicht eine Art Toilette.

Bo Nuong

Bo Nuong

Nur ein paar Hausnummern weiter gab es zum Abschluss Bia Hoi, ein offenes, lokal gebrautes leichtes Bier. Sehr süffig :-) Eine Steigerung zum Bo Nuong sind die dortigen „Toiletten“: Man betritt den Innenraum, der scheinbar Küche und Wohnbereich in einem ist, um im Eck, durch einen aus einer Plastiktischdecke gebastelten „Vorhang“ das Klo zu betreten. Es besteht lediglich aus zwei Urinale. Als erstes ging die Frau eines Pärchens, das wir kennen gelernt haben dorthin. Erzählungen zufolge bedurfte es akrobatisches Geschick, der Rest bleibt Fantasie ;-)

Bia Hoi

Bia Hoi

Als Susi ebenfalls das Örtchen aufsuchen musste, „half“ die Chefin: durch den Vorhang einigermaßen abgetrennt machte sie es vor wie das geht: einfach auf den Boden und dann mit einer Kelle abschwenken. Sie freute sich sehr, ihre Hilfe in dieser Weise angeboten zu haben. Natürlich blieb sie stehen, bis Susi fertig war :-) Eine anschließende Konversation mit ihr an unserem Minitisch gestaltete sich schwierig, da sie nur vietnamesisch sprach und wir irgendwas in englisch antworteten. So ging ein schöner, erlebnisreicher zweiter Tag zu Ende.