Dies Und Das…

BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Dies Und Das… - BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Geschafft, unser letzter Tempel!

Ein Tempel stand auf dem Programm von heute: der What Doi Suthep im dicht bewaldeten Bergmassiv des nahe gelegenen Nationalparks. Gleich daneben ist ein imposanter Wasserfall und ein Dorf des Bergstammes der Hmongs zu sehen.

Doch zuerst geht es etwa 70 Kilometer nördwestlich von Chiang Mai ins Mae Taeng Valey Elephant Camp im Mae-Taeng-Tal. Ungefähr eine Stunde sind wir auf dem Elefanten durch den Bergwald geritten, oder besser geschaukelt. Man sitzt verdammt hoch und es wackelt extrem. Als dann der Mahout abgestiegen ist und uns von hinten „bye bye“ zugerufen hat, hofften wir auf einen Scherz. War auch einer. Anschließend ging es mit einem Bambus-Floß den Taeng Fluss stromabwärts. Traumhafte Aussichten in die Berge und Natur! Auf jeden Fall schon jetzt eines meiner Highlights!

Unseren letzten Tempel haben wir am 12.02.2011 um 13:50 Ortszeit besucht. Es tritt langsam ein Sättigungsgefühl auf, was Tempel anbelangt. Damit der Entzug nicht zu kalt wird, habe ich noch an Ort und Stelle zwei Buddhas gekauft und damit quasi den Grundstein für einen eigenen Wihan zuhause gelegt ;-)

Angekommen in Chiang Mai

Wieder klingelt der Wecker um 06:00, Abfahrt war 07:10. Nach der intensiven Tempel-Tour der letzten Tage, stand die Natur heute im Vordergrund. Das war auch gut so, da wir durch die unentwegten Erklärungen und Erläuterungen zur Bedeutung der Tempel und Buddhas Lehre fast bekehrt waren…

Erstes Ziel war das kleine Dorf Sop Ruak, das am Scheitelpunkt zu Thailand, Myanmar und Laos direkt am Mekong liegt. Von dort ging es mit dem Longtail-Boot auf einen kurzen Abstecher nach Laos. Schon beim Anlegen kamen die Kinder heran geeilt zum Betteln. Interessant und empfehlenswert ist noch das Opium-Museum, das ebenfalls im Ort liegt. Hier erfährt man einiges über den Anbau und die Bergvölker an sich. Gereizt hätte mich noch ein Abstecher in die Berge und ein Besuch eines Bergstammes, vielleicht das nächste mal.

Weiter ging es Richtung Chiang Mai. Zu Mittag kehrten wir ins „Cabbages & Condoms“, der „Zweigniederlassung“ eines Bangkoker Thai-Restaurants. Dann ging es in Chiang Mai selbst noch ins obligatorische Seide- und Silber Handscraft.

Chiang Mai ist recht touristisch geprägt, im Gegensatz zu den Orten der letzten Tage. Der Trouble am Abend in den Straßen erinnerte ein kleines bisschen an Bangkok. Ich habe sogleich meine künftige „Lieblings Garküche“ mit den typischen Mini-Plastik-Hocker ausfindig gemacht. Der Duft, das Treiben, das Essen, ein Traum!

Über Lampang nach Chiang Rai

Heute heißt es Kilometer schrubben. Um 06:00 klingelt der Wecker, Abfahrt ist um 07:15 mit dem Tagesziel Chiang Rai und dem ersten Zwischenhalt Lampang. Die Gegend hat sich nun stark verändert: am Morgen war es außergewöhnlich kühl, sodass wir eine Jacke zum Frühstück benötigten. Nach ca. 1 Stunde Autofahrt wurde es zusehends bergiger.

In Lampang besuchten wir den Wat Lampang Luang. Er stammt aus dem 15. Jahrhundert und genießt in Nordthailand höchste Verehrung. Unbedingt ansehen! Auslassen dagegen kann man die Kutschfahrt. Und wenn es doch sein muss, darauf achten, dass das Dach der Kutsche offen bleibt, denn sonst sieht man gar nichts! Vorteil der Kutschfahrt: man sieht abgelegene Straßen und Häuser. In den „Gärten“ wachsen Mangos, Tamarinde, Bananen, Zitronen.

Weiter ging es zu einer Ananas Plantage. Die gibt es nahezu nach jedem Essen und schmeckt richtig gut. Nicht zu vergleichen mit einer „frischen“ Ananas in Deutschland.
In Phayao, laut Reiseführer der Ort mit dem höchsten Lebensstandard – zumindest sollen das die Thais glauben – hatten wir Mittag gemacht. Es gab die obligatorische Nudelsuppe, die ich diesmal „Thai-Style“ bestellt hatte. Grund: gestern hatte die Reiseleitering ebenfalls Tom Yam bestellt, also das gleiche wie ich. Gekommen ist jedoch eine Tom Yam und eine Touri-Variante. Das macht man mit mir kein zweites mal! Der Preis war unschlagbar: zweimal Nudelsuppe, zweimal Coke für 100 Baht!

Nach einem kurzen Abstecher am Kwan Phayao (gößter Binnensee Nordthailands) ging es in den alten Wat Si Khom Khom und in den Himmel- und Höllengarten mit wirklich amüsanten Darstellungen des Jenseits, weiter nach Chiang Rai.

Dort besuchten wir den Wat Rong Khun, einen unglaublichen, modernen Tempel, völlig in weiß. Er sah aus wie ein märchenhaftes Eisschloss, muss man unbedingt gesehen haben. Kurioser weise ist dieser Tempel in keinem Reiseführer beschrieben. Irgendwo muss sich der Guide ja auszeichnen :-)

Erwähnung finden muss noch das Abendbuffet des Hotels, das keine Wünsche offen lies. Susi konnte endlich mal wieder heimisches BBQ genießen. Da es auch regionale Speisen gab, gab es von keinen Seiten Beschwerden. Was will man mehr!

Weltkulturerbe Sukhotai

Am Morgen haben wir (oder mussten?) erst einmal Almosen in Form von Essen einem Mönch überreichen. Wünsche sollen dadurch in Erfüllung gehen. Buddhisten achten sehr darauf, zu Geben und gute Taten zu vollbringen. Unsere Reiseleiterin hat sich bereits am ersten Tag als eine sehr, sehr, wirklich sehr gläubige Buddhistin entpuppt. Indizien dafür:

  • wir hatten uns gefragt, warum sie auf den Märkten so viel Essen und Blumen einkauft. Jetzt wissen wir: in jedem Tempel gibt sie eine Opfergabe, verbeugt sich und betet vor jeder Buddha-Statue. Ich meine jeder!
  • Gestern hatten wir auf dem Markt noch zappelnde Fische gekauft, die eigentlich für den Kochtopf gedacht waren (Hackebeil war direkt daneben). Wir ließen sie im Fluss wieder frei, um eine gute Tat zu vollbringen

Unser erstes Ziel war in Phitsanulok der Tempel Wat Phra Si Rattana Mahathat mit dem schönsten und heiligsten Buddha aus dem 14. Jahrhundert. Direkt daneben hatte ein Wochenmarkt seinen ersten Tag und lud zum Durchqueren ein. Ein Markt ohne Touristen, ohne Ramsch und mit viel Insekten. Frittiert natürlich. Es macht den Anschein, dass diese Gattung im Norden gefragter ist. In Bangkok haben wir keine fritierten Heuschrecken oder ähnliches gesehen. Mittags ging es in eine Thai-Bude. Wir bestellten 1 x Phat Thai, 1 x Wan Tan (zumindest war das so ähnlich) und drei mal Tom Yam. Dazu gab es Pepsi Cola. Ich habe mich von meiner großzügigen Seite gezeigt und Doi, unsere Reiseleiterin, eingeladen. Wie ich gelernt habe, muss man ja auch Geben können. Und für in Summe 200 Baht, also nicht mal 5 Euro, kann ich das gerade noch verkraften.

Weiterfahrt nach Sukhotai, seit 1991 Weltkulturerbe. Die Stadt erinnert an das ehemalige Königreich aus dem 13./14. Jahrhundert und gilt als die Wiege Thailands. Ähnlich wie in Ayutthaya liegen die besten Zeiten hinter der Stadt, dafür kann man die Stille der Ruinen auf sich wirken lassen. Mit dem Fahrrad erkundeten wir den Historical Park mit dem Wat Mahathat. Er war bereits Spätnachmittag und ich konnte ein paar schöne Bilder mit Sonnenuntergang hinter den Ruinen knipsen. Am schönsten war für uns der östlich gelegene Wat Chang Lom, ein glockenförmiger chedi, der von 36 Elefanten getragen wird.

Im Hotel hatten wir erstmals Zeit, für eine Stunde die Füße hoch zu legen und den Pool zu genießen.

Auf nach Nordthailand!

Heute startet die fünf tägige Nord-Thailand Rundreise. Die Gruppe setzt sich aus genau vier Leuten zusammen: der Fahrer, die Reiseleiterin und wir. Es gibt schlechtere Konstellationen.

Zuerst ging es mit dem Guide ins Chinatown, in dem wir zwar schon waren, aber wieder neues entdeckt haben. Gegen 08:30 gingen wir durch den engen Markt, vorbei an Gewürzen, Tee, allerhand getrocknetes Zeugs und frischen Fisch und Fleisch. Dann noch ein kurzer Abstecher auf dem Blumenmarkt. Unvorstellbar die Massen an frischen Schnittblumen und die in mühsamer Handarbeit zu Ketten zusammen gesteckte Blumen.

Es ging dann weiter nach Ayutthaya, der einstigen Hauptstadt Siams. Drei Tempel stehen auf dem Programm:

  • der Wat Phanan Choeng mit dem 20 m großen aus dem Jahr 1325 stammenden, sitzenden Phra Chao Phanan Choeng,
  • die Ruine Wat Phra Si Sanphet, die bis zum birmanischen Einfall 1767 als Staatstempel diente und schließlich
  • Wihan Phra Mongkhon Bophit mit einer der größten bronzenen Buddha Figuren Thailands

Letzteres muss man nicht unbedingt gesehen haben.

Wir fuhren dann ca. 2 Stunden weiter Richtung Norden. Ziel war Uthai Thani, ein verschlafenes Dorf, das nicht einmal Erwähnung in Reiseführer findet. Doch bevor es ins Hotel ging besuchten wir noch einen Tempel, der völlig anders eingerichtet war als alle bisherigen: der Innenbereich war übersät mit Säulen und alles war mit kleinen Mosaiken verspiegelt. Das glitzern wirkte sehr surreal. Wir erfuhren, dass der Tempel den Himmel symbolisiert, einem der fünf Zustände des Buddhismus.

Es gab noch einen kurzen Abstecher auf dem Markt. Im Gegensatz zu den Märkten in Bangkok war diesmal überhaupt kein Ramsch zu sehen und auch kein einziger Tourist! Im Angebot waren neben den obligatorischen Garküchen, getrockneten Fisch und Fleisch diesmal auch Wasserkäfer, Schildkröten und ein ganze Schüssel voller toter Frösche. Für mich war das das Highlight des Tages.

Erwähnenswert ist noch das Hotel. Es ist zwar recht einfach ausgestattet, aber traumhaft direkt am Fluss gelegen. Susi nannte es Dschungelcamp.