Dies Und Das…

BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Dies Und Das… - BLogopädie von Jürgen Bernhardt

Erster Badetag und der Sonnenbrand

Heute standen etwa 200km auf der „A1“ Richtung Süden auf dem Programm. 200 km auf der Autobahn in Vietnam heißt nichts anderes als etwa 6 Stunden reine Fahrtzeit!

@Markus: seit ihr wirklich mal mit dem Schlafbus gefahren? RESPEKT!

Etwa zur Hälfte des Weges machten wir Stop in Son My, um das schreckliche Massaker der US Army bei My Lai zu besichtigen. Nicht schön. Zum Hintergrund: während des Vietnam Krieges galt das Gebiet als Vietcong-freundlich, sodass am 16. März 1968 Marines ein Dorf den Erdboden gleich machte, um den Tot einiger GI’s zu rächen. In Summe starben mehr als 500 unschuldige Vietnamesen, mehr als die Hälfte davon Frauen und Kinder. Die ausgestellten Bilder dort (von US Fotografen) zeigen die Grausamkeit ungeschönt (z.B. ein erschossener Vietnamese mit ausgetretenen Gedärme)

My Lai

My Lai

Beeindruckend unterwegs die vielen kleinen Dörfer mit ihren Märkten und den endlosen Reisfeldern.

Schließlich kommen wir in Quy Nhon an, wo wir einen freien Tag ohne Programm am Strand genießen können. Kein Streß beim Frühstücken, kein eiliges Kofferpacken, kein schon wartender Guide. Von unserem Balkon sehen wir direkt auf den Stand und das Meer, keine 5 Meter entfernt. Phantastisch!

Avani Resort

Avani Resort

Trotz dicken Sonnenschirm und Sonnencreme sehen wir jetzt allerdings aus wie zwei Garnelen nach dem Kochen…..

Hoi An und der Hund

Gleich frühmorgens geht es nach My Son, um die alte Kulturstätte der Cham zu besichtigen, die vom 4. bis 13. Jahrhundert religiöses Zentrum der Cham bildete (Hinduismus!)

Leider wurde diese UNESCO Weltkulturerbe im Vietnam-Krieg stark zerstört. Man sieht heute noch viele Krater links und rechts der noch stehenden Tempel. Mich hat das alles ziemlich geflashed, den Eindruck zu beschreiben bringt nichts, man muss es gesehen haben!

Cham Kulturstätte

Cham Kulturstätte

Anschließend steht Hoi An auf dem Programm, dessen Altstadt ebenfalls Weltkulturerbe ist. Unbedingt das Haus der Familie Tan besuchen: eine chinesische Familie, die in der 7. Generation dort noch lebt. Man kann das Haus fast komplett besichtigen, allerdings sollte man von zu neugierigen Blicken absehen, wenn die 92-jährige Ur-Oma ein Nickerchen im Schlafzimmer macht (so bei uns geschehen)

Küche in einem traditionellen vietnamesichen Haus

Küche in einem traditionellen vietnamesichen Haus

Krönender Abschluss in Hue An: unser Kochkurs im Secret Garden. Wahnsinnig geil!

Zuerst gingen wir mit unserer netten Köchin auf den Markt. Sie zeigte uns Früchte, Fisch und Fleisch und Zutaten. Das war mein Ding! Neben exotischen Früchten, frische Fische (werden am Abend wieder in den Fluss geworfen, wenn sie nicht verkauft wurden) und jegliches Fleisch wie Schweinefüße, Köpfe, Innereien, Wildschwein mit Fell und Hund. Wobei Hund eigentlich nur in Nord-Vietnam verspeist wird. Es war dem Einheimischen sichtlich unangenehm, dass wir dort stehen blieben und er scheuchte uns gleich weiter. Aber für ein Foto hat es gerreicht :-)

Markt in Hoi An

Markt in Hoi An

Dann haben wir unser feudales Abendessen unter fachkundiger und lustiger Anleitung zubereitet. Ein Spaß ohnegleichen!

Nem: vietnamesische Frühlingsrollen; alles selber gemacht, inklusive dem Reispapier :-)

Nem: vietnamesische Frühlingsrollen; alles selber gemacht, inklusive dem Reispapier :-)

Der Wolkenpass und die letzten Regentropfen

Heute müssen wir wieder ein paar Kilometer schruppen. Von Hoi An nach Da Nang. Die Fahrt geht über den Wolkenpass, der für besseres und wärmeres Klima sorgen wird (hoffentlich!).

Wolkenpass

Wolkenpass

Anschließend Besuch des Cham Museumsw in Da Nang. Die Kulturstätte in Hoi An wird sich als wesentlich spannender darstellen, doh die kommt erst morgen dran.

In Da Nang ist es aber leider nicht so sehr schön. Zwar kein Regen mehr und etwas wärer, aber Wind! Der Monsun hinterlässt seine Spuren,

Hotelstrand in Da Nang

Hotelstrand in Da Nang

Halong und die Eiseskälte

Bei eisigen Temperaturen (ca. 8°C) ging es früh los zur Halong Bucht, wo wir eine Nacht auf der Emeraude verbrachten, mit weiteren 2 Pärchen! Es bleibt eine sehr private Tour…..

Wir schippern durch die Bucht in Decke umhüllt und genießen die Aussicht und die Ruhe. Jetzt merkt man erst, wie laut und hektisch Hanoi ist. Man sagt, Saigon ist noch eine Steigerung. Lassen wir uns überraschen…..

Halong

Halong

Amüsant ist es, einige Touris zu beobachten, die in Schlappen und Shorts die Halong Bucht besuchen. Wie gesagt, bei Temperaturen von höchstens 9-12°. Manchmal lohnt es sich, die Wettervorhersage zu beachten.

Die Höhle Hang Sung Sot ist ein beliebter Anlaufpunkt, zu Recht. Imposant, wie es in einem Kalksteinhügel aussehen kann. Anschließend Besuch einer Perlenfarm, wo uns am lebenden Objekt gezeigt wird, wie eine Perle entsteht. Erstes Souvenir gekauft. Neben der Kälte war leider auch die Sicht sehr trüb und nebelig, sodass die Felsformationen nicht so 100%ig zur Geltung kamen.

Hang Sung Sot

Hang Sung Sot

Von der Bewertung der Verköstigung hier an Bord nehme ich Abstand, aber die Erwartung war auch nicht sehr hoch (deutsches Essen ^^).

Spätabends versuchte ich mein Glück beim Squid Fishing. Nach etwa 10 Minuten hatte ich wirklich einen Tintenfisch am Haken und schon am Herausziehen, doch der wehrte sich heftigst, sodass er sich wieder lösen könnte. Überraschend, wie weit diese Viecher spritzen können, er traf die Hose meiner Angelnachbarin.

Völlig ausgefroren warten wir sehnlichst auf unseren Transfer nach Hue, ca. 700km südlich von Hanoi. Dort soll es zwar regnen, aber bei Temperaturen von über 25°. In meiner aktuellen Verfassung kann es regnen was es will, Hauptsache es ist warmer Regen.

Hue und der Regen

Hue: zwar wärmer aber den ganzen Tag Regen. Mal mehr, mal weniger. So ist das halt. Wir retten uns gerade von einen Tag zum anderen. Den neuesten Vorhersagen nach, können wir übermorgen den Himmel über Vietnam sehen. Wir warten ab……

Nach einer Rikschatour durch die Altstadt haben wir eine Bootsfahrt auf dem Parfümfluss gemacht. Das Boot ist eine Art Hausboot, auf dem eine Familie lebt unter einfachsten Verhältnissen. Am Ufer grasten Wasserbüffel, weiter konnten wir wegen des Wetters nicht sehen (gut, vielleicht etwas überzogen).

Hue - Kaiser Grabmal

Hue – Kaiser Grabmal

Schwerpunkt aber war die Thien Mu Pagode und natürlich die Kaiser von 1804 – 1945. Wir besichtigten die Grabmale des Tu Doc und Minh Mang. Wegen des Wetters waren nicht viele Touristen da und wir genossen Stille und konnten die Anlage mit seinem Spiritismus auf uns wirken lassen. Alles ist streng nach Feng Shui ausgerichtet. Unglaublich, wie viele Regeln es da gibt. Das ganze fängt damit an, wie man seine Hände verschränkt: linker Zeigefinger oben (ich): Mensch entscheidet mit Herz; rechter Zeigefinger oben (Susi): Mensch entscheidet mit Kopf. Glücklicherweise haben wir uns für ein Bild richtig hingestellt: der Mann muss rechts stehen, ansonsten ist es „nur“ eine Bekanntschaft.

PS: Hue für mich bisher ein neues Highlight. Einfach nur fantastisch!

PPS: Susi hat sich heute am meisten über die Affen in der Minh Mang Anlage gefreut

PPPS: Huda ist angesagt! Mehr sag ich nicht. Der interessierte kann ja googeln :-) (ist soooo lecker)